Die Qual der Wahl

In Österreich werden Airsoftsportgeräte unter der Softairwaffenverordnung 2013 als „Softairwaffen“ bezeichnet und fallen damit wie fälschlicherweise oft angenommen, weder unter das Waffenrecht, noch die Spielzeugverordnung.

 

Die Bezeichnung Softair, ist übrigens nur in Deutschland gebräuchlich. International wird unser Sport als Airsoft bezeichnet, was auch in der österreichischen Community üblich ist. Mittlerweile gibt es Airsoftwaffen nach fast allen originalen Vorbildern. Die Auswahl ist also sehr groß, daher ist es gerade für Anfänger meist schwierig sich ein Bild davon zu machen, was Sinn macht und was nicht. 

 

Wir empfehlen jedem, der sich überlegt Airsoft auszuüben, zuerst mit aktiven Airsoftspielern über ihre Erfahrungen mit diversen Modellen und Erfahrungen zu sprechen, oder sich in einem Forum darüber zu informieren.

Welcher Typ bist du?

Grundsätzlich erfolgt die Einteilung nach drei Merkmalen:

 

  • das Modell, welches das Spielgerät von einem realen Vorbild kopiert 

  • den Hersteller der Airsoftwaffe

  • die Antriebsart

Die Modelle

Sturmgewehr - STG

Das Sturmgewehr ist die vielseitigste und daher auch am häufigsten verwendete Variante von Markierern im Airsoftsport. Es verfügt über eine mittlere Reichweite
(60-70 m) und ist relativ kompakt.
Es wird auch auf Grund der hohen Umbaumöglichkeiten sehr gerne als Basis verwendet.

Maschinenpistole - MP

Maschinenpistolen sind sehr kompakt und meist leistungsschwächer als die Kontrahenten. Das liegt daran, dass der Einsatzraum der MP eher auf den Nahbereich ausgelegt ist und hier die Beweglichkeit klar vor der Schusskraft kommt.

Maschinengewehr - MG

Das Maschinengewehr verfügt über eine sehr hohe Munitionskapazität und eine gute Reichweite. Es wird üblicherweise als Unterstützungswaffe eingesetzt und hat einen wichtigen Platz im Team. Nachteilig wirkt sich hier das hohe Gewicht und die Beschränkung auf Vollautomatik (bei den meisten Modellen) aus, das meist nur im Freien erlaubt ist und daher in Gebäuden auf eine Pistole zurückgegriffen werden muss.

Scharfschützengewehr - SSG

Airsoft-Scharfschützengewehre haben in den letzten Jahren einen starken Aufschwung erfahren, nachdem es ein paar Hersteller geschafft haben Produkte auf den Markt zu bringen, die einen tatsächlichen Reichweitenvorteil gegenüber anderen Modellen haben. (80-90 m)

Trotzdem sind diese Vorteile in der Reichweite sehr gering und können daher nur von erfahrenen Spielern in Kombination mit Tarnung und gutem Spielverständnis genutzt werden.

Tendenziell neigen viele Anfänger gerne dazu mit einer „Sniper“ zu starten. Davon raten wir allerdings dringlichst ab, da diese Modelle nur dann Spaß machen, wenn man genug Erfahrung damit gesammelt hat. Anfangs, kann das spielen sehr frustrierend sein und viele Neulinge wechseln dann schnell wieder zu einem anderen Modell.

Schrotflinte

Schrotflinten verschießen meist mehrere Geschosse gleichzeitig und sind nur für kürzeste Distanzen geeignet. Man findet sie nur sehr selten im aktiven Spielgebrauch, da sie nur für sehr spezielle Anwendungen im Häuserkampf geeignet sind.

Pistole

Die Pistole wird normal als Zweitwaffe getragen (Backup) und ist zum Einsatz auf kurze Distanzen gedacht. Dazu kommen eine geringe Munitionskapazität und ein weitaus schwierigerer Zielvorgang als bei anderen Modellen. Sich zu Beginn nur eine Pistole zu kaufen

macht daher keinen Sinn, hier sind andere Modelle wie das Sturmgewehr/Maschinenpistole zu bevorzugen.

Hersteller

Der Hersteller ist meistens ein guter Indikator für die Qualität eines Airsoftproduktes. Gleichzeitig ist damit auch der Preis verbunden - Hierbei gilt ganz klar das Motto: „Wer billig kauft, kauft zweimal“

Jedoch gibt es beim Airsoft auch ein paar stark überteuerte Produkte, die ihren hohen Preis nicht rechtfertigen können. Hier empfehlen wir Anfängern sich bei erfahrenen Airsoftspielern schlau zu machen und nicht einfach darauf los zu kaufen. Gerade zu Beginn des Hobbys neigen Spieler dazu, viele verschiedene Dinge anzuschaffen, die die Erwartungen nicht erfüllen und schnell wieder getauscht werden. Das ist nicht nur frustrierend, sondern kostet auch dementsprechend viel Geld. 

Wichtig ist es hier auch zwischen Importeuren wie Cybergun oder ASG und den tatsächlichen Herstellern zu unterscheiden. Diese Importeure kaufen verschiedene Modelle und vertreiben diese dann unter ihrem eigenen Namen, was oft irreführend sein kann. 

 

Klassische Hersteller von Airsoftsportgeräten sind unter anderem:
G&G, G&P, Krytac, Ares, LCT, E&L, Cyma, A&K, Tokyo Marui.

Unter ihnen finden sich auch solche, die sogenannte „Clone“ verkaufen, also Nachbauten von bekannten Herstellern. Diese sind tendenziell billiger und minderwertiger - diese werden von uns nur in Ausnahmen empfohlen. Die Klassiker sind hier: Cyma, AGM, DBoys, A&K.

Elektro - Gas oder HPA?

Technisch betrachtet werden die Airsoftsportgeräte auf verschiedene Arten angetrieben. Die gebräuchlichste Variante ist die elektrisch betriebene AEG (Automatic Electric Gun). Diese verfügt über einen Akku und ist in der Regel verlässlich und einfach zu gebrauchen.

Sie verfügen meist über einen Semi- und Vollautomatischen Feuermodus und eine mittlere Munitionskapazität.

 

Mechanisch betriebene Markierer (Federdruck Repetierer) sind vor allem bei Scharfschützengewehren gebräuchlich. Diese Systeme sind sehr zuverlässig, präzise und können auch höhere Mündungsenergien erzeugen. Nachteilig ist jedoch die sehr geringe Feuerrate.

Eine weitere Möglichkeit sind Airsoftsportgeräte die durch Airsoft-Gas angetrieben werden. Die meisten Pistolen werden auf diese Art betrieben, es gibt jedoch auch diverse Gewehre (GBBR = Gasblowback Rifle) und Maschinenpistolen.

Grundsätzlich gilt es hier zwischen Nonblowback (NBB) und Gasblowback (GBB) zu unterscheiden.

Wie der Name schon sagt, liegt der Unterschied darin, dass jene Markierer mit Blowback einen beweglichen Verschluss aufweisen, der bei jedem Schuss bewegt wird, ähnlich wie bei echten Modellen. Dadurch entsteht ein leichter Rückstoß und ein lauteres Schussgeräusch als bei anderen Systemen. 

Vorteil dieses Antriebs ist also ganz klar der Realismus in der Bedienung und das ansprechende Schusserlebnis. Nachteilig wirkt sich jedoch die inkonstante Leistung und die meist geringe Munitionskapazität aus. Daher sind diese Geräte meist nur für untergeordnete Zwecke (Pistolen) oder erfahrene Spieler geeignet. 

 

Abschließend gibt es noch Druckluftsysteme (HPA = High Pressure Air) welche durch eine externe Druckluftflasche gespeist werden. Diese Systeme weisen die besten Leistungseigenschaften auf sind verlässlich und sehr leise. Der große Nachteil ist die Abhängigkeit einer Druckluftfüllstation (Wie beim Paintball) und der Schlauch der den Markierer mit der Druckluftflasche verbindet.

Wartung

Wie alle Geräte die regelmäßig verwendet werden, müssen auch Airsoftsportgeräte regelmäßig gewartet werden. Die Intervalle sind dabei vom Modell und der Antriebsart abhängig. Hier empfehlen wir nur jene Arbeiten durchzuführen, die ohne wesentliches zerlegen der Geräte möglich sind. Darunter fallen regelmäßiges Putzen des Laufs und die Schmierung von beweglichen Teilen bei Gasmodellen.

Prinzipiell gilt ansonsten: „Never change a running system“.

Um selbst tiefgreifendere Veränderungen an den Airsoftsportgeräten durchzuführen, bieten wir für unsere Mitglieder Kurse an, die dabei helfen die Materie zu verstehen und dabei nichts kaputt zu machen. Natürlich finden sich im Internet unzählige Anleitungen für verschiedenste Umbauten die auf eigene Gefahr ausprobiert werden können.

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